Brandbekämpfung

feu-wellbrock1Die Brandbekämpfung gehört zu den originären Aufgaben der Feuerwehren in Deutschland. Da das Themengebiet der Brandbekämpfung jedoch ein sehr weit gefasstes Spektrum darstellt möchten wir mit diesem Artikel auf einige Besonderheiten und Eigenarten verschiedener Brandarten eingehen. Ebenfalls möchten wir versuchen Ihnen verschiedene Vorgehensweisen der Feuerwehr in Grundzügen etwas näher zu bringen.

Da man wie man so schön sagt das Rad nicht neu erfinden kann oder muss, werden wir an dieser Stelle auch keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse präsentieren, sondern ebenfalls auf bereits vorhandene Daten und Quellen zurückgreifen. Hauptsächlich entsprechen die nachfolgend aufgeführten Erkenntnisse und Erläuterungen einem Artikel der freien Enzyklopädie Wikipedia.



Löschverfahren und Löschwirkungen

Für die Brandbekämpfung oder auch das Löschen von Schadfeuern bedarf es einer grundlegenden Voraussetzung. Ein Feuer, in welcher Form auch immer, muss vorhanden sein. Damit aber ein Feuer vorhanden ist, müssen drei entscheidende Faktoren vorhanden sein. Im sogenannten Feuerdreieck müssen der Brennstoff, der Sauerstoffanteil in der Umgebung und die erforderliche Zündtemperatur bzw. Zündquelle im richtigen Mischungsverhältnis vorhanden sein. Ist eine der drei Grundvoraussetzungen eines Feuers nicht gegeben oder im falschen Verhältnis vorhanden, findet keine Verbrennung statt.

Ein Katalysator kann eine Verbrennung begünstigen, ein Inhibitor hingegen einen Brand hemmen. Die Methoden der Brandbekämpfung beruhen daher auf dem selben Prinzip. Es wird versucht das Gleichgewicht der drei für eine Verbrennung erforderlichen Faktoren zu stören. Dies geschieht entweder durch die Entnahme eines Katalysators aus der Verbrennung bzw. aus dem zündfähigen Gemisch oder durch Hinzugabe eines Inhibitors in die Verbrennung oder das Gemisch. In beiden Fällen wird das erforderliche Gleichgewicht einer Verbrennung gestört.

Entfernung des brennbaren Stoffes

Normalerweise kann der brennbare Stoff nicht ohne Weiteres der Verbrennung entzogen werden, jedoch ist es möglich den Nachschub an brennbaren Materialien zu unterbinden. Dies kann beispielsweise durch das Schließen einer Öl- oder Gaszufuhr bzw. die durch Waldbrände bekannte Feuerschneise (Gräben und Schneisen ohne brennbares Material, die einen Feuerübersprung verhindern) erfolgen.

Abkühlung

Die durch die Feuerwehr am häufigsten genutzte Löschwirkung ist die Abkühlung des Brandgutes unter die jeweilige Zündtemperatur des Brandgutes. Die mit Abstand beste, einfachste und vor allem kostengünstigste Kühlwirkung hat immer noch das Löschmittel Wasser oder auch Netzwasser.

Erstickung und Verdrängung

Die dritte Säule einer Verbrennung wird mit dem Entzug oder der Verdrängung des für die Verbrennung erforderlichen Sauerstoffs zum Einsturz gebracht. Dies geschieht durch das einfache Abdecken mit einer Decke, oder durch das Überziehen mit einer luftundurchlässigen Schicht (z.B. Löschschaum. Durch schmelzendes Löschpulver bildet sich bei Glutbränden eine erstickende Sinterschicht auf dem heißen Brandgut. Bei höheren Temperaturen bilden sich durch die Zersetzung des Pulvers geringe Mengen Ammoniak, welches zusätzlich erstickend auf das Feuer wirkt. Gase wie Argon, Stickstoff oder Kohlenstoffdioxid sowie Gasgemische wie Inergen oder Argonite verdrängen den Sauerstoff. Bei der aktiven Brandvermeidung wird dem zu schützenden Bereich vorbeugend durch Stickstoffzufuhr der für die Verbrennung notwendige Sauerstoff entzogen - ein Brand kann nicht entstehen.


Hauptlöschwirkung und Nebenlöschwirkungen

Die verschiedenen Löschmittel besitzen in den meisten Fällen nicht nur eine der genannten Löschwirkungen sondern vereinen mehrere in einem. Die Hauptlöschwirkung ist jedoch die, welche den größten Einfluss auf die Verbrennung hat. Bei Wasser ist es die kühlende Wirkung, bei Löschschaum hingegen das Ersticken.
Zusätzlich kommen die Nebenlöschwirkungen zum Tragen. So beinhaltet Löschwasser noch eine leicht erstickende Löschwirkung indem es das Brandgut mit einem leichten Film abdeckt und somit vom Umgebungssauerstoff trennt. Löschschaum wiederum enthält Wasser und kühlt somit das Brandgut neben der erstickenden Wirkung noch ab.


Vorgehensweise der Feuerwehr

Wie oben bereits erwähnt, ist die Brandbekämpfung die älteste und bekannteste Aufgabe der Feuerwehren. Das dabei am häufigsten eingesetzte Löschmittel ist Wasser. Früher wurde dieses in Eimern zur Brandstelle getragen oder mit den Handbetriebenen Feuerspritzen gepumpt. Heutzutage werden hierfür motorgetriebene Feuerlöschkreiselpumpen in modernen Löschfahrzeugen oder autarke Tragkraftspritze verwendet.
Für den schnellen und sicheren Erfolg der Löscharbeiten oder auch Löschangriffs ist es erforderlich, die Mittel zur Brandbekämpfung möglichst effektiv vorzunehmen. Beim Einsatz von mehreren Feuerlöschern sollten diese daher auch gleichzeitig und nicht nacheinander eingesetzt werden. Die Entscheidung welche Art von Löschangriff vorgenommen wird, wird vom zuständigen Einsatzleiter der Feuerwehr (meist der Gruppenführer des als erstes eintreffenden Einsatzfahrzeuges oder die erste eintreffende Feuerwehrführungskraft) getroffen.

Beispiel:
Eine Scheune die zur Lagerung von Stroh und Heu genutzt wird brennt in voller Ausdehung (sog. Vollbrand). Es werden keine Personen vermisst. Eine Menschenrettung kann somit ausgeschlossen werden. Da die Scheune keine hohen Sachwerte in Form von Geräten oder anderen Wertgegenständen enthält wird auf einen Innenangriff verzichtet. Die Gefahren beschränken sich somit lediglich auf die Ausbreitung des Brandes auf benachbarte Gebäude. Die Entscheidung des Einsatzleiters zu einem kontrolliertem Außenangriff berücksichtigt die unnötige Gefährdung der Einsatzkräfte bei einem Innenangriff und den ohnehin nicht zu vermeidenden Totalverlust der Scheune.

Außenangrifffeu-wellbrock6

Die Brandbekämpfung bei einem Außenangriff erfolgt wie der Name schon sagt von außen. Dies geschieht durch vorhandene Gebäudeöffnungen wie Tore, Fenster, Türen oder durch bereits durchgebrannte Gebäudeteile wie dem bereits zerstörten Dach oder ähnlichem. In extremen Fällen, in denen keine Zugänge zum Brandherd gegeben sind, müssen zusätzliche Öffnungen geschaffen werden durch die ein Löschangriff vorgenommen werden kann. Dies können Öffnungen im Dach, in Wänden oder Toren sein, die durch die Einsatzkräfte geschaffen werden. Der Außenangriff  stellt die sicherste Methode für die Einsatzkräfte dar, wenn beispielsweise die Standsicherheit einzelner betroffener Gebäudeteile nicht mehr gewährleistet werden kann. Der Außenangriff sollte jedoch nach Möglichkeit die letzte Alternative des Einsatzleiters darstellen. Jedoch ist der Außenangriff im Gegensatz zu dem sehr personalintensiven Innenangriff gerade bei kleineren Feuerwehren in personalschwachen Zeiten (unter der Woche vormittags) oftmals die einzige Möglichkeit die erste Zeit bis zum Eintreffen von zusätzlichen Einheiten zu überbrücken. Ein Grund hierfür ist der erforderliche Sicherheitstrupp der für einen vorgehenden Angriffstrupp unter Atemschutz gestellt werden muss. Zumindest wenn es nicht um eine akute Menschenrettung geht.

Innenangriff

Beim Innenangriff gehen die Einstzkräfte unter Atemschutz in das Brandobjekt vor um dort im Inneren des Gebäudes den Brandherd gezielt zu bekämpfen. Das Risiko für die einzelne Einsatzkraft ist hier weitaus höher als beim Außenangriff, jedoch kann das Löschmittel (i.d.R. Wasser) viel effizienter eingesetzt werden. Im Innenangriff hat sich zudem der parallele EinsatzQuelle: www.ffw-hammersbach.de von Überdrucklüftern bewährt, welche, wenn sie richtig eingesetzt werden, einen leichten Überdruck im Gebäude erzeugen. Der Rauch mitsamt den unverbrannten Gasen wird somit aus dem Gebäude oder den betreffenden Räumen geführt, was die Gefahr einer plötzlichen Brandausbreitung durch durch die vorhandenen zündbaren Gase (Flashover) minimiert und dem vorgehenden Abgriffstrupp eine freie Sicht verschafft. Die Annahme die Zufuhr von Sauerstoff durch einen Überdrucklüfter würde die schlagartige Brandausbreitung begünstigen hat sich aber mittlerweile in der Praxis nicht bestätigt. Die Vorteile der schnellen Brandbekämpfung durch bessere Sicht überwiegen.






Wir hoffen nun Ihnen mit diesem Artikel einen kleinen Einblick in das komplexe Themengebiet der Brandbekämpfung gegeben zu haben. Sollten Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben zögern Sie bitte nicht und kontaktieren Sie uns. Wir werden versuchen Ihre Fragen in einer persönlichen Antwort oder einem weiteren vertiefenden Artikel aufzugreifen und zu klären.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen auch weiterhin viel Freude bei der Erkundung unserer Website...

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