18.02.2002 - Zugunglück im Osnabrücker Bahnhof

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Von den 60 Tonnen Acrylnitril, einem Grundstoff für die Kunststoffindustrie, die bei dem Kesselwagen-Unfall am Samstag austraten, ist nach Ansicht der Experten eine erhebliche Menge in den Boden eingedrungen.

 

 

 

 

 

Bisher wissen die Fachleute nicht, wieviel verseuchte Erde ausgekoffert werden muss. Mitarbeiter der Firma Prüftechnik begannen gestern in einem fünf Meter großen Radius mit den Probebohrungen. Zehn Mal wurde der Bohrer abgesenkt, in eine Tiefe bis zu vier Metern. Mit einer Sonde erkundeten die Chemiker an Ort und Stelle, ob den Bohrkernen verdächtige Gase entströmen. In mehreren Fällen stellten sie auch einen stechenden Geruch fest, der auf Acrylnitril hindeutet. In der Luft an der Erdoberfläche fanden sich lediglich geringe Belastungen.
Acrylnitril: Hochgiftig und nur schwer nachzuweisen Das flüssige Acrylnitril (C3H3N), das als Rohmaterial für die Herstellung von Kunstfasern, Kunststoffen und synthetischem Kautschuk verwendet wird, lässt sich nur mit komplizierten Analyseverfahren nachweisen. Die Bodenproben werden deshalb von einem Speziallabor im westfälischen Lünen untersucht. Weil selbst das in den Boden gesickerte Acrylnitril als hochgradig gefährlich angesehen wird, fanden die Probebohrungen unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.

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Bahnunglücke Chronik der schweren Unfälle
Ursache für Unglück ist weiterhin unklar Die Ursache für die Katastrophe am Bahnhof in Osnabrück ist nach wie vor ungeklärt, die Untersuchungen des Unfallherganges durch Experten des Eisenbahnbundesamtes dauern an. Nach Auffassung der Fachleute ist die wahrscheinlichste Ursache derzeit ein technischer Defekt, menschliches Versagen erscheint eher unwahrscheinlich. Der Sprecher des Eisenbahnbundesamtes in Bonn legte sich gestern allerdings noch nicht fest. Auch über die Dauer der Ermittlungen könne er keine Aussagen machen. Die Höhe des Unfallschadens, so ein Bahnsprecher in Hannover sei auch noch nicht ermittelt. Aber allein die offenkundigen Schäden an Gleisanlagen, der Lok und den Waggons lägen bereits im Millionenbereich.

 

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