Bahnunfall auf den Gleisen der Georgsmarienhütte GmbH
Samstag, 10. Oktober 2009 um 09:01 Uhr

a_2009_10_11_bah8Rund 210 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW wurden am Samstagmorgen zu einer großen Bahnunfallübung der Kreisfeuerwehr Osnabrück nach Holzhausen alarmiert. Ein Zug mit vier Personen- und mehreren Güterwagen war auf der Bahnstrecke Georgsmarienhütte - Hasbergen oberhalb des Schützenhauses Holzhausen verunfallt. Die Verletzten waren teilweise in den Waggons eingeklemmt und mussten mit schwerem Rettungsgerät befreit und anschließend über 400 Meter zur medizinischen Erstversorgung gebracht werden.

Um 9.01 Uhr löste die Rettungsleitstelle Alarm für die Ortsfeuerwehr GMHütte, die Werkfeuerwehr Georgsmarienhütte GmbH, die technischen Bahneinheiten 1, 2, 3 und 6 sowie die IuK-Gruppe mit dem ELW 2 und die SEG 6 aus. Kurze Zeit später traf bereits das erste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Georgsmarienhütte an der Einsatzstelle ein. Einsatzleiter Thorsten Wöhrmann erkundete zunächst die schwer zugängliche Einsatzstelle. Schnell stellte er fest, dass sich in den vier Personenwagons des verunfallten Zug eine größere Anzahl verletzter und eingeklemmter Personen befand.

Da auf dem Gleis der GmHütte Eisenbahn keine Personenwagen fahren, hatten sich die Übungsorganisatoren was Besonderes einfallen lassen. Auf insgesamt acht Transportwagons waren jeweils zwei ausgediente PKW postiert, deren Türen nicht geöffnet werden konnten. Insgesamt 24 realitätsnah geschminkte Verletztendarsteller waren auf dem Zug verteilt.

Große Schwierigkeiten bereitete den Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsdienst die Tatsache, dass der Zug auf einer erhöhten Strecke stand, die von den Seiten nicht zugänglich war. So musste sowohl das schwere Rettungsgerät als auch die verletzten Personen über die Schienen von bzw. zu den nächsten Bahnübergängen transportiert werden. Zudem erschwerte starker Regen die Arbeit der Einsatzkräfte.

Bereits frühzeitig wurde die rund ein Kilometer lange Einsatzstelle in vier Einsatzabschnitte eingeteilt. Im ersten Einsatzabschnitt ging es um die Rettung der Personen im ersten und zweiten Personenwagon. Die Personenwagons drei und vier bildeten den zweiten Einsatzabschnitt. Der dritte Einsatzabschnitt wurde in der Nähe des Bahnübergangs am Hof Niederholthaus eingerichtet. Hier war Rettungsdienst mit der Patientenablage und der weiteren Versorgung der Verletzten beschäftigt. Einsatzabschnitt vier umfasste die Verkehrslenkung, Logistik sowie die Verpflegung der Einsatzkräfte.

Die von auswärts anrückenden Technischen Einheiten sammelten sich zunächst im Bereitstellungsraum an der Neuen Hüttenstraße. Von dort aus wurden sie in die einzelnen Einsatzabschnitte abgerufen. Die TE 6 unterstützte als zweiter Zug die FF Gm-Hütte und die Werkfeuerwehr der Georgsmarienhütte GmbH im ersten Einsatzabschnitt. Mit dabei auch der GW-Logistik aus Bad Rothenfelde.

Im Einsatzabschnitt zwei wurden die Technischen Einheiten 1, 2 und 3 sowie der GW Logistik Nord mit dem bahnspezifischen Rettungsgerät eingesetzt. Die SEG 6 war im Einsatzabschnitt 3 eingesetzt und der Fachzug 4 der FB Süd übernahm den vierten Einsatzabschnitt.

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Nachdem die 24 zum teil sehr schwer verletzten Unfallopfer aus den PKW befreit waren, mussten sie zunächst mit viel Menpower von den Wagons gerettet und auf dem unwegsamen Gleisstück bis zum Ende des Zuges gebracht werden. Dort konnten sie dann auf Schienenrollwagen abgelegt werden und über die Schienen zur Verletztensammelstelle gefahren werden.

Nach rund drei Stunden waren alle Unfallopfer gerettet und Einsatzleiter Wöhrmann konnte das Übungsende verkünden. Nachdem alle Gerätschaften wieder auf den Fahrzeugen verlastet waren, ging es zum Feuerwehr Georgsmarienhütte, wo es für die Einsatzkräfte sowie die Verletztendarsteller und die Übungsbeobachter noch eine schmackhafte Erbsensuppe gab.

Der für die Technischen Einheiten im Kreiskommando zuständige stellvertretende Abschnittsleiter Nord Joseph Brockmeyer dankte den ehrenamtlichen Helfern der beteiligten Organisationen, die trotz der widrigen Witterungsbedingungen alle Aufgaben professionell abgearbeitet hätten. In allen Einsatzabschnitten seien mehrere Beobachter eingesetzt worden, so dass im Nachhinein noch eine genaue Auswertung erfolgen könne. Die ersten Stimmen seien aber allesamt positiv gewesen, betonte Brockmeyer und lobte damit den guten Ausbildungsstand der eingesetzten Kräfte.

Text und Bilder: Volker Köster Kreisfeuerwehr Osnabrück

Video zur Übung von Hubert Dutschek: Achtung externer Link!

 
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