18. Januar 2007 - 5 Jahre nach Kyrill - Ein Rückblick
Geschrieben von: Marc Brackmann   
Mittwoch, 18. Januar 2012 um 12:12 Uhr

kyrillAm 18. Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill durch Deutschland. Besonders schwer traf er die Region. Noch heute sind die Wälder gezeichnet – vor allem die in Bissendorf.

Johannes Meyer zum Alten Borgloh hat sich der 18. Januar 2007 eingebrannt. „Man hört das fürchterliche Bersten und Brechen draußen in den Wäldern und sieht die Arbeit von Jahren dahinschwinden“, sagt der Vorsitzende des Osnabrücker Kreisforstverbandes. Am Morgen danach habe er vor einem riesigen Mikadospiel gestanden. Auf 1,5 seiner 20 Hektar hatte der Sturm Bäume entwurzelt, abgeknickt, durcheinandergeworfen. Wie ein wütender Riese mit Fäusten aus Sturm. „Damals sind selbst 200-jährige Buchen gefallen“, sagt Meyer zum Alten Borgloh.

Wie ihm sei es vielen Waldbesitzern gegangen, erzählt er. Manche hätten ihren gesamten Bestand verloren. Besonders schlimm habe es Bissendorf und Melle getroffen. Vom Westen her habe der Sturm sich durch das Osnabrücker Land gefressen, ergänzt Ludwig Hackelberg, Leiter des Forstamtes Weser-Ems. Durch die Schneise zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge sei Kyrill gejagt und habe vor allem die Hügelkuppen entlang der Autobahnen entwaldet.

In der Region hätten die Forstwirte im Lauf des Jahres 2007 etwa 420000 Festmeter Schaden aufgearbeitet, sagt Hackelberg. Das sei das Dreifache der üblichen Jahresernte gewesen, fügt Meyer zum Alten Borgloh hinzu.

Dem Sturm folgten die Borkenkäfer, die sich laut Heckelberg über viele Wälder hergemacht hätten. Außerdem fällten kleinere Stürme die Bäume, die Kyrill gelockert hatte. Die Bilanz des aufgearbeiteten Folgeschadens 2008: 100000 Festmeter.

Für die Waldbesitzer habe unter dem Strich ein riesiger finanzieller Verlust gestanden, sagt Meyer zum Alten Borgloh. Nach Kyrill sei der Holzpreis von 90 auf 60 Euro pro Festmeter abgestürzt. Der Markt war überschwemmt. Osnabrücker Holz musste nach Norwegen exportiert werden.

Seitdem hat sich viel getan. Das Aufforsten hat begonnen. Zwei Jahre habe es bei ihm gedauert, bis es so weit gewesen sei, sagt Meyer zum Alten Borgloh. Doch einen Ausgleich für den Verlust gebe es nicht: „Kyrill war das größte Schadensereignis in den Wäldern, das wir je erlebt haben.“

 

Ein weiteres Bild aus der BramheideBelmer Straße - BauhofIcker - Bramheide

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: http://www.noz.de/lokales/60167050/man-sieht-die-arbeit-von-jahren-schwinden

 

 
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